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Erinnerung ist Pflicht – Gedenken ist Verantwortung

Am 2. August begeht Europa den Holocaust-Gedenktag für Roma und Sinti.
Erinnerung ist Pflicht – Gedenken ist Verantwortung
02/08/2025

Am 2. August begeht Europa den Holocaust-Gedenktag für Roma und Sinti, einen Tag des stillen Gedenkens, der Mahnung und der Verantwortung. Er erinnert an das Leid und die systematische Vernichtung von etwa 500.000 Roma und Sinti im nationalsozialistisch besetzten Europa. Eine lange vernachlässigte Opfergruppe des Holocaust, deren Geschichte oft übergangen, ihr Schmerz oft überhört wurde.

Im Mittelpunkt des Gedenkens steht die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944: In dieser Nacht wurden im sogenannten “Zigeunerlager” des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau über 4.000 Roma und Sinti, darunter viele Kinder, Frauen und ältere Menschen ermordet. Mit dieser grausamen “Liquidation” endete das Leben zahlloser Familien. Es war der letzte Akt eines systematischen Genozids, den das NS-Regime über Jahre hinweg geplant und durchgeführt hatte.

Das Europäische Parlament hat im Jahr 2015, den 2. August offiziell zum Gedenktag erklärt, um das kollektive europäische Gedächtnis zu stärken und der Geschichte dieser Menschen einen würdigen Platz in der Erinnerungskultur Europas zu geben.

Als Sonderbotschaft für Roma und Sinti des Souveränen Malteserordens stehen wir an der Seite all jener, die heute trauern und all jener, die sich tagtäglich für Gerechtigkeit, Anerkennung und ein friedliches Miteinander einsetzen. Würde und Gleichwertigkeit aller Menschen sind Grundpfeiler unseres Handelns. Das Gedenken an die Opfer des Porajmos, so nennen viele Roma selbst den Völkermord, ist für uns ein Auftrag für die Gegenwart und Zukunft.

Antiziganismus ist keine Vergangenheit, sondern eine Realität, der wir uns in Europa weiterhin stellen müssen. Hass beginnt mit Worten, Ausgrenzung mit Blicken und endet dort, wo Erinnerung und Wachsamkeit versagen. Deshalb müssen wir heute erinnern, um morgen schützen zu können.

Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, sich dieser Verantwortung anzuschließen. Im Gebet, im Gedenken, im Einsatz für Gerechtigkeit und im täglichen Eintreten gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung.

Mögen die Seelen der Opfer in Frieden ruhen – und mögen wir die Lebenden, durch unser Tun schützen.